Tipps, wenn Dein Unterarm und Handgelenk schmerzt

 

oder: wie beuge ich Tennis-, Golfer-, Mausarm und Karpaltunnel vor?

Du legst Dich abends nach getaner Arbeit auf Dein Sofa und möchtest den Tag gemütlich ausklingen lassen. Ganz unterschwellig meldet sich Dein Arm, eher noch Dein Unterarm. Er fühlt sich an, als würde er noch weiter arbeiten oder er "glüht" einfach noch nach. Du lässt nochmal den Tag Revue passieren und fragst Dich, wo Du ihn heute so angestrengt hast.

Vielleicht ist es so, dass es eine einmalige Geschichte war, die jetzt dafür sorgt, dass Dein Unterarm sich so überlastet anfühlt. Dann ruh ihn einfach aus.

Meist ist es allerdings eine längere Geschichte, die Dein Unterarm erzählen würde, wenn Du ihn fragen könntest. Du arbeitest viel mit den Händen. Da ist es fast egal, ob es sehr anstrengende Arbeit ist oder "leichte" Büroarbeit. Manche Hobbies sorgen auch für Schmerzen, wie z.B. Häkeln, Stricken, Motorradfahren, Fotografieren, Kitesurfen, Golfen oder Tennis uvm.

Der Punkt ist, dass der Unterarm ständig überlastet wird. Das, was wir also damit tun, ist entweder noch unbedingt zu erledigen oder einfach gerade soooo spannend oder interessant, dass wir nicht aufhören wollen. Aber Dein Muskel kann einfach nicht mehr. Spannungen bauen sich immer stärker auf und da wir nun gerade mit anderen Sachen beschäftigt sind und "keine Zeit" für uns haben, bekommen wir es einfach nicht mit, dass unser Arm nicht mehr kann.

All dieses darf auch ruhig "mal" passieren. Tritt eine Häufigkeit auf, werden die Spannungen immer stärker und es kann sich ein Schmerz daraus entwickeln.

Dem kannst Du vorbeugen, indem Du Dich immer wieder dehnst. Ich zeige Dir die beiden wichtigsten Positionen um Deine Unterarme/Hände zu dehnen. Du gehst in eine Position soweit, bis Du eine Dehnung verspürst (fühlt sich an, als würde sich da langsam etwas auseinander ziehen) jetzt kannst Du vorsichtig weiter in die Position reingehen, bis Du an der Schmerzgrenze spielst....hier wartest Du. Bitte NICHT in den Schmerz hineingehen! Nach einer kurzen Zeit lässt die Spannung nach und Du kannst noch ein kleines Bißchen weiter in die Dehnung. Hier kommt es jetzt drauf an, was Du willst. Wenn Deine Arme müde und angestrengt sind, dann bleib ruhig länger in der Position. Gerne auch Minutenlang. Mit solch einer langgehaltenen Dehnung bekommst Du die Muskulatur wieder auf Länge. Verspannte Muskulatur kann sich langsam wieder an seine ursprüngliche Länge gewöhnen. Auch die ganzen passiven Strukturen (wie Bänder) haben nun die Chance ein wenig loszulassen. Wenn Du die Faszien noch zur Dehnung dazu nehmen möchtest, federst Du leicht in der Endposition.

Wichtig ist dabei zu wissen: wenn Du in dieser Art und Weise dehnst, dehnst Du Deinen Muskel müde. Wenn Du also noch arbeiten oder trainieren willst, dann ist diese Art von Dehnung nicht zu empfehlen. Du kannst die Dehnung dennoch in den Alltag bauen, indem Du einfach Deine Arme für einen Augenblick in die volle Länge bringst (also kurz in die Dehnposition), in die andere Seite wechselst und dann einfach mit Deinem Alltag weitermachst. Denn Muskeln haben einen Memoryeffekt.

Das Gute an dieser Dehnung ist, dass Du sie ständig auch in den Tag einbauen kannst. Wenn Du z.B. am Schreibtisch etwas nachlesen möchtest, bleib einfach mal stehen und dehne Deine Unterarme. Je öfter Du daran denkst und anwendest umso schneller wirst Du Veränderungen bemerken. Gib Deinen Muskeln die Chance sich mal wieder zu entspannen und lass mich wissen, wie Dir der Tipp geholfen hat.